Im Januar 2017 trat die letzte Stufe der Pflegereform in Kraft. Aktuell werden 73 % aller Pflegebedürftigen Zuhause von ca. 4,7 Millionen pflegenden Angehörigen unterstützt.
Daher wurden neben der Pflegebedürftigkeit (neue Definition der Pflegegrade) auch neue Leistungen für Pflegebedürftige eingeführt.

Bei Pflegegrad 1 sind folgende Leistungen vorgesehen:

– zusätzliche Leistungen für Pflegebedürftige in ambulant betreuten Wohngruppen
– Versorgung mit Pflegehilfsmitteln
– Pflegeberatung
– Beratung in der eigenen Häuslichkeit
– Pflegekurse für Angehörige und ehrenamtliche Pflegepersonen
– finanzielle Zuschüsse für Maßnahmen zur Verbesserung des individuellen oder gemeinsamen Wohnumfeldes zusätzliche Betreuung und Aktivierung in stationären

Zudem gewährt die Pflegekasse den Entlastungsbetrag gemäß § 45b in Höhe von 125 Euro monatlich.

So vielversprechend das Angebot nun auch sein mag – kein Pflegebedürftiger kann die Leistungen nutzen, wenn sie nicht transparent und zeitnah veröffentlicht werden.
Eine Umfrage des Zentrums für Qualität in der Pflege (ZPQ) hat unter 900 Pflegenden herausgefunden, dass sich nur 33 % der Befragten gut informiert fühlen. Wenn es um Leistungen der Pflegekasse geht, fühlen sich sogar 44 % uninformiert.

Daraus folgt, dass die Pflegebedürftigen die Leistungen nicht nutzen. Über 70% nutzen nicht den Entlastungsbetrag.  Bedenkt man, dass das Geld Pflegebedürftigen mit einem Pflegegrad zusteht, wenn sie Zuhause betreut werden, ist es nur schwer vorstellbar, weshalb diese Gelder nicht genutzt werden. Mangelnde Informationsweitergabe scheint in diesem Fall ein großer Faktor zu sein.

Anspruch auf Pflegeberatung nutzen

Um alle Leistungen ausreizen zu können, müssen Angebote besser bekannt gemacht werden. Dies geschieht am besten über kompetente Beratung. Denn wenn man weiß, welche Leistungen man erhält, kann die Betreuung des Pflegebedürftigen optimal genutzt werden.
In Deutschland haben Pflegebedürftige einen Anspruch auf kostenlose Pflegeberatung.
Da die Beratung in jedem Bundesland etwas anders organisiert ist, herrscht viel Unwissenheit.

Beraten lassen können Sie sich in Berlin generell bei Pflegestützpunkten und Krankenkassen. Eine Leistung, die von aktuell 42% aller Befragten genutzt wird.